Wandlungsphase Feuer – Teil 2 | Monats-Post #2/2021

Feb 23, 2021

Inhaltsverzeichnis

Ni Hao und herzlich Willkommen zu unserer zweiten Monats-Post.

In der letzten Monats-Post „Wandlungsphase- Feuer“ hast Du erfahren, warum wir das Herz auf der Zunge tragen. Es gibt viele Sprüche, die sich um unser Herz drehen. Wir möchten Dich dazu einladen einen Ausspruch zu diesem Thema in unserer neuen Kommentarfunktion (unter dem Beitrag zu finden) zu hinterlassen. Die Kommentarfunktion kannst Du auch nutzen, um direkt Fragen zum Beitrag zu stellen. Wir sind ganz gespannt!

Wandlungsphase Feuer – Teil 2

In der heutigen Monats-Post werden wir uns noch einmal mit dem Feuer beschäftigen und uns damit unserem Herzen widmen. 

Etwas auf dem Herzen haben | Feuer & Emotionen

Wenn es um Emotionen geht, steht unser Herz in vorderster Reihe. Wir können für etwas brennen, uns rutscht das Herz in die Hose oder uns liegt etwas auf dem Herzen. 

Diese bekannten Aussprüche verdeutlichen den Zusammenhang zwischen Emotionen und dem Herzen. Auch in der Musik kommt das Thema Herz und Herzschmerz häufig vor. Man kann, ebenso medizinisch nachgewiesen, an einem gebrochenen Herzen erkranken (Broken-Heart-Syndrom). (Bild von Freude : Freude ist die Emotionen des Herzens)

Welches wesentliche Thema liegt den Aussagen zu Grunde ? Die Kommunikation bzw. Probleme in unserer Kommunikation.

Oft „schaden“ wir unserem „Herz“ , wenn wir nicht miteinander reden oder uns aktiv austauschen. Mitunter sind wir überzeugt zu wissen, was der andere wohl denkt. Aber ist das so? Beobachten Sie einmal Kinder, wie unbeschwert sie sich erzählen, austauschen oder ihre Kreativität teilen. Scheinbar verlieren wir diese Fähigkeit des unbesorgten Austausches. Möglicherweise um uns zu vor Verletzung zu schützen?

Wandlungsphase Feuer
Verbitterung

Emotionale Ausdrücke einer Herzdisharmonie in der TCM können sein:

  • Gefühlslosigkeit, Gefühlskälte
  • Ständige Unzufriedenheit
  • Meidung und Rückzug aus menschlicher Gesellschaft
  • Lampenfieber
  • Unruhezustände
  • Lustlosigkeit, Müdigkeit und Erschöpfung zur Mittagszeit
  • Verbitterung
  • der ewigen, nie abgeschlossenen Suche oder gar Gier nach Glück

Quelle: Die Organuhr | Dagmar Hemm & Andreas Noll | GU Verlag

Welche Aktivitäten und Emotionen unserem Herzen „auf die Sprünge helfen“

Freude, Tanzen, Singen, Lieben, Spaß haben, Genießen, Kreativität ausleben, etwas machen, wovon man schon lange träumt sind nur einige! Aber dennoch ist das richtige Maß entscheidend. Denn wie du weißt, kann ein zu viel von einer Sache auch Schaden. So gilt es auch für die Freude. Wenn es nur Party gibt und das Leben ausschweifend genossen wird, kann auch das die Substanz schmälern statt sie zu erhalten.

Bitter ist der Geschmack des Feuers

Wie du weißt, gibt es zu jeder Wandlungsphase eine dazugehörige Geschmacksqualität.

Warum ist bitter der Geschmack des Feuers und welche Wirkungen hat er?

„Von den Geschmackskräften entspricht dem Herzen das Bittere, von den Getreidearten die Hirse, von den Jahreszeiten der Sommer, und von den Gerüchen der verbrannte Geruch. Daher weiß man, dass im Sommer eine Krankheit oft im Blutauftritt, weil es von der Energie des Herzens regiert wird, oft auch von anderen Organen, weil das Herzen ist.

aus dem Grundlagenwerk der TCM: Huangdi Neijing „Buch des Gelben Kaisers“ Su Wen Kapitel 4 ca. 2698 – 2598 v. Chr.

Ich möchte mit einem Beispiel diesen Ausspruch aus dem „Buch des Gelben Kaisers“ veranschaulichen. Stelle Dir dafür ein Toast vor, was viel zu lange der Hitze ausgesetzt war. Die Substanz lässt nach und es trocknet, dann wird es schwarz, fängt an bitter und verkohlt zu riechen wie Asche.

Wirkungen des bitteren Geschmacks:

  • Bitter trocknet
  • leitet nach unten (fördert daher die Ausscheidung – Diurese)
  • wirkt kühlend
  • verhärtet

In Maßen stärkt es das Herz und die Verdauung. Zuviel bitter schadet dem Herzen, trocknet aus und verursacht z.B. Verstopfungen.

Sind Bittertropfen als Ergänzung sinnvoll?

Derzeit gibt es viele Hersteller, die Bitterstoffe als Ergänzungsmittel / Nahrungsergänzungsmittel anbieten. Durch die fortschreitende, industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln wird der Geschmack „bitter“ zu gunsten von „süß“ und „salzig“ rausgezüchtet. Die Ausgewogenheit der Geschmacksqualität ist damit nicht mehr gegeben und es kommt so z.B. zu Beschwerden in Magen und Darm. Zu großen Feiern und Festen wird manchmal vor, während oder nach dem Essen ein Verdauungsschnäpschen getrunken, um die Mahlzeit bekömmlicher zu machen. Letztendlich ist das von der Idee gar nicht schlecht. Die Kräuter entfalten ihre Wirkung. Nur ist der Alkohol da nicht sehr förderlich. Er bremst die Fettverdauung und begünstigt die Einlagerung. Daher ist meine Meinung, bevor ergänzt wird, soll das Repertoire an bitteren Lebensmitteln ausgeschöpft und in den Mahlzeiten integriert werden. Sollte dies dann immer noch nicht ausreichen, kann ein zusätzlich Mittel ausprobiert werden. 

Lebensmittel die bitter sind und wertvolle Bitterstoffe enthalten:

Amaranth
Anistee
Artischocke
Basilikum
Beifuss
Bohenkraut
Borretsch
Brunnenkresse
Buchweizen
Chicoree
Curcuma
Curry
Eisbergsalat
Endivie
Essig
Feldsalat
Grapefruit
Holunder
Kaffee
Kakao
Kamillentee
Kardamom
Kerbel
Koriander
Kürbiskerne
Liebstöckel
Löwenzahn (auch als Tee!)
Maisbarttee
Majoran
Mandeln
Mohn
Papaya
Paprika
Pastinake
Petersilie
Quitte
Raddicchio
Roggen
Rosenkohl
Rosmarin
Rotwein
Rukola
Safran
Salbei
Salat, grüner
Spargel
Tee, grüner
Thymian
Wacholderbeeren
Weizenbier
Ziege
Quelle: Bitter – mehr als ein Geschmack | U. Siedentopp | DZA Deutsch Zeitschrift für Akupunktur 59, 3/2016

Hast Du Fragen oder Anregungen zu diesem Beitrag? Hinterlasse uns gern ein Kommentar.

Nun wünschen wir Dir eine gute und gesunde Zeit und freuen uns, wenn Du bei der nächsten Monats-Post dabei bist. Wenn Du Wünsche zu bestimmten Themen oder Vorschläge hast, sind wir offen und dankbar dafür.

Bis bald,

Eure Praxis Punktuell

Stefan Schultz

Stefan Schultz

Heilpraktiker für Physiotherapie | Physiotherapeut | TCM-Therapeut | Ernährungsberater (TCM)

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