Montags-Post #16 – Moxibustion – nicht nur Rauch!

Sep 14, 2020

Ni Hao und Guten Morgen!

Heute möchte ich Licht in die „Rauchschwaden“ bringen und Dir etwas über das Abbrennen von Kräutern erzählen: Moxibustion oder kurz Moxa ist eine klassische chinesische Heilmethode, unter der man die Erwärmung eines Akupunkturpunktes durch glimmendes Beifußkraut (Artemesia Vulgares) versteht. Seit Jahrtausenden wird dieses Kraut zur Behandlung gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt. Man versucht mit dieser Therapieform die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Wie wirkt das Moxen? 

Moxibustion
Auch außerhalb Chinas wie z.B. in Japan wird die Moxibustion angewendet Bildquelle: Wikipedia

Durch wissenschaftliche Untersuchungen fand man heraus, dass die Moxa- Therapie nach dem Prinzip der Gegenregulation wirkt. Was ist damit gemeint? Wenn Du beispielsweise sehr warme Getränke oder Lebensmittel zu Dir nimmst, wird Dir heiß und Du fängst an zu schwitzen, um die ansteigende Temperatur zu regulieren. Und genau so macht man sich die Wirkung zu Nutze – Moxa löst im Körper eine Reaktion aus, die den Beschwerden auslösenden Situationen entgegenwirkt. In einigen vorangegangen Beiträgen konntest Du bereits erfahren, dass Störungen des Qi Flusses und Disharmonien der Elemente zu einer Vielzahl von Beschwerden führen können. Die Behandlung mit Moxibustion kann für eine Auflösung von Blockaden und die Bewegung von Qi sorgen.

Aus schulmedizinischer Sicht lässt sich über die Auswirkungen einer Moxibustion auf den Organismus folgendes sagen:

Die Behandlung kann zu 

  • einer Aktivierung des Gewebestoffwechsels
  • vermehrter Durchblutung des Gewebes
  • Anregung der Organfunktionen über die Reflexbögen
  • Anregung der Produktion roter Blutkörperchen-> bessere Sauerstoffversorgung des Köpers
  • Desinfektion (Moxen hat eine Bakterien tötende Wirkung)
  • einer Beruhigung des Nervensystems 

führen.

Das Moxakraut brennt langsam und strahlt dabei eine milde, wohlig empfundene Hitze ab, die tief eindringt und deshalb lang an einem Ort bleibt.

Wie wird es angewendet?

Punktuell – also sehr gezielt- behandelt man die Areale, an denen der Hauptschmerz lokalisiert ist. Vorzugsweise dort, wo Akupunkturpunkte zu finden sind. Über Gelenken oder an Reflexzonen innerer Organe behandelt man eher großflächig.

Welche Techniken gibt es?

Moxa TCM
Unteschiedliche Möglichkeiten der Anwendung

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen direktem und indirektem Moxen. Beim Ersten erfolgt die Moxibustion direkt auf der Haut. Das indirekte Moxen bedient sich verschiedener Materialien und Anwendungen. 

Zum Beispiel kann Salz, Ingwer oder Knoblauch als Zwischenlage benutzt werden. Auch das Erwärmen mit einer Moxa Zigarre, einem Moxaofen oder das Abbrennen des Krautes auf einer Akupunkturnadel gehören zu den indirekten Verfahren. 

Mit beiden Varianten ist je nach Ausgangsbefund eine Tonisierung (Anregung) oder Sedierung möglich.

Welche Krankheiten kann man damit behandeln? 

Interessant ist hier zunächst, dass nicht nur Krankheiten mit Moxa behandelt werden können. In der Geburtsvorbereitung wird diese Methode oft verwendet, um die Entbindung zu bahnen oder die Lage des Kindes zu beeinflussen. Befindet sich das ungeborene Kind in Steißlage, kann mit einer Moxibustion versucht werden, eine Drehung des Embryos herbei zuführen.

Die Moxibustion ist generell in der Frauenheilkunde u.a. bei verschiedenen Beschwerden der Regelblutung sehr erfolgreich einzusetzen. Bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Problemen des Atem- und Nervensystems, sowie bei Beschwerden von Muskeln und Gelenken und diversen anderen Erkrankungen findet diese Methode ebenfalls erfolgreiche Anwendung. 

Hast Du Fragen oder Wünsche zu bestimmten Themen ? Lass es uns wissen!

Wir wünschen Dir eine tolle Woche und sehen uns bis spätestens zur nächsten wöchentlichen Montags-Post! oder schon eher in unserer Praxis 🙂

Eure Praxis Punktuell

Susann Baum

Susann Baum

Heilpraktikerin | TCM-Therapeutin | Physiotherapeutin

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