Montags-Post #5 – Feuchtigkeit aus Sicht der TCM

Jun 29, 2020

Ni Hao und Guten Morgen zur Montags-Post #5!

Fühlst Du Dich manchmal abgeschlagen, müde, schwer, aufgebläht oder voll? Dann habe ich eine entscheidene Frage an Dich:

Hast Du zu viel Feuchtigkeit?

Bei dieser Frage denkst du sicher nicht an Ernährung, oder?
Dabei ist nach Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Feuchtigkeit eine der Ursachen, die uns krank macht. In der Ernährungsberatung habe ich häufig mit diesem sogenannten pathogenen Faktor zu tun. Es gibt noch andere dieser krankmachenden Faktoren – dazu in einem späteren Beitrag mehr!

Wie Feuchtigkeit entsteht, warum sie uns nicht gut tut und was du selbst dagegen unternehmen kannst, erfährst Du in der heutigen Montags-Post.

Woher kommt diese Feuchtigkeit?

Feuchtigkeit entsteht vorwiegend von Innen. Zu viel kaltes Essen und Trinken sind die Hauptursache . Auch zu vieles, zu fettes und unregelmäßiges Essen können Feuchtigkeit begünstigen.

Stell dir eine Getränkeflasche vor, die Du aus dem Kühlschrank holst und in eine wärmere Umgebung stellst.
Was passiert? Es bildet sich Feuchtigkeit auf der Außenseite der Flasche! Und es gibt noch etwas zu beobachten: die Nässe bewegt sich nach unten. Diese Beobachtung wird in der Chinesischen Medizin berücksichtigt. Mit diesem Gedanken lässt sich leicht nachvollziehen, warum es häufig Wasseransammlungen (Ödeme) in den Beinen gibt. Im übrigen: auch der Bierbauch ist ein Hinweis auf zu viel Feuchtigkeit im Körper. Der Bauch hängt wie ein nasser Sack nach unten.

Joghurt und Kiwi sind kalte Lebensmittel : Was Gesund aussieht, kann bei häufigen Verzehr Feuchtigkeit begünstigen.

Unser Magen mag lieber es warm – nicht kalt. Wann immer etwas kaltes oder kühles unseren „Magentopf“ erreicht, heißt es für den Körper: einmal aufwärmen bitte, sonst kann ich nicht verdauen! Zur Erwärmung benötigen und verbauchen Energie, die dann woanders fehlt. Müdigkeit und Konzentrationsmangel können bspw. auftreten – besonders nach dem Essen. In vielen TCM-Büchern wird auch vom Verdauungsfeuer gesprochen, was durch thermische kühle Nahrung gelöscht wird.

Auch der frische, kühle Organgensaft den wir uns im Urlaubshotel gönnen, wirkt thermisch kühlend und kann unsere Verdauung durcheinander bringen. Alle Südfrüchte haben eine kühlende Wirkung auf Körper. Das ist ganz natürlich: sie wachsen in der Regel dort wo es warm und heiß ist. Besser und natürlicher kann der Körper nicht gekühlt werden.

Woran merke ich, dass ich zu viel Feuchtigkeit habe?

Diese Beschwerden signalisieren Feuchtigkeit im Körper:

  • verschleimter Hals / Kehle
  • geschwollene Finger, Hände, Beine, Gesicht (Ödeme)
  • dumpfe Kopfschmerzen
  • „benebeltes“ Gefühl – „dunstige“ Gedanken
  • Übergewicht
  • Druckgefühle durch Blähungen oder Völlegefühl
  • weiche breiige Stühle bis Durchfälle
  • schweres Körpergefühl
  • übermäßiges Schwitzen
  • fließende Nase (rinnend) und häufiger Schnupfen
  • Hauterkrankungen (Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis, Cellulite)
  • fehlendes Durstgefühl
  • auch bei Kindern: häufig verschleimte Atmung und Nase, sowie Neigung
    zu Durchfällen

Wie kann ich die Feuchtigkeit ausleiten?

Regelmäßige, warme Mahlzeiten helfen Dir mit der Feuchtigkeit umzugehen. Sie wird transformiert und „verdampft“. Suppen, Eintöpfe, ein gekochtes warmes Frühstück sind sehr geeignet. Die Auswahl und Reduktion von Lebensmitteln unterstützen Dich: meide befeuchtende Lebensmittel wie Zucker, Weißmehle (besonders Typ 405) und Kuhmilchprodukte. Es gibt ausreichend Alternativen! Versuche auch Getränke warm bzw. wärmer zu trinken – Wasser ist am allerbesten – damit Dein Körper nicht soviel Energie zum aufwärmen benötigt.

Rosmarin unterstützt die Verdauung und eleminiert Feuchtigkeit im Körper

Verwende bekannte Küchenkräuter

  • Salbei
  • Basilikum
  • Thymian
  • Rosmarin

und andere Kräuter mit bitteren Eigenschaften.

Der bittere Geschmack kann nach TCM die Ausscheidung von Feuchtigkeit anregen – auch grüner Tee wirkt ausleitend.
Besteht die Feuchtigkeit schon länger und sind Beschwerden da, kann neben der Ernährung (Diätetik) Akupunktur und Kräutertherapie gezielt angewendet werden.

Mit unserer Ernährung steht uns ein großes Spektrum an Möglichkeiten zur Verfügung, um den Körper zu stärken oder zu schwächen. Beobachte wie Du bestimmte Lebensmittel verträgst, was Dir gut tut oder was Dir eben nicht gut tut. Gern unterstütze ich Dich dabei Deine Ernährung zu optimieren – vereinbare eine kostenfreies Gespräch in unserer Praxis oder schreib mir Deine Fragen.

Ich wünsche Dir einen guten Start in die Woche und bis Montag 7.30 Uhr (oder schon eher in der Praxis Punktuell 😉 )

Stefan Schultz

Stefan Schultz

Heilpraktiker für Physiotherapie | Physiotherapeut | TCM-Therapeut | Ernährungsberater (TCM)

0 Kommentare