Montags-Post #15 – Die Organuhr

Sep 7, 2020

Ni Hao und Guten Morgen!

Es ist jetzt 7:30Uhr und wir befinden uns laut Organuhr in der Magenzeit. Unser Organismus ist aufnahmebereit und kann nicht nur Nahrung bestens verarbeiten. Auch unser Geist ist jetzt ebenfalls höchst aufgeschlossen für neuen Input.
Schon sind wir mittendrin im heutigen Thema: die Organuhr.

Die Organuhr

Zum besseren Verständnis fangen wir aber von vorn an. In der Montagspost #3 habt Ihr bereits einige Informationen über die Meridiane im Zusammenhang mit der Akupunktur erfahren.
Nach Vorstellungen der TCM ergeben diese Hauptmeridiane einen Kreislauf, der im Laufe eines Tages komplett durchlaufen wird. Jedes Organ der chinesischen Organuhr wird einem der Meridiane zugeordnet. Für jeweils 2 Stunden am Tag werden die Leitbahn und das entsprechende Organ mit einem Maximum an Qi versorgt.
Entgegengesetzt unserer Lesart der Uhrzeit, nimmt die Zirkulation des Qi um 3 Uhr ihren Anfang. Es ist die Zeit der Lunge, die durch das Einatmen uns mit Sauerstoff versorgt und mit jeder Ausatmung uns von allem Überflüssigem und Störendem befreit. Sie sammelt Kraft für den Tag und macht sich und uns bereit für alles, was der Tag an Herausforderungen mit sich bringt.
Um 5 Uhr morgens geht die Zeit der Lunge in die des Dickdarmes über. Nach dem Aufstehen befreit uns dieser vom Ballast des Vortages – was sich übrigens nicht nur auf den Toilettengang, sondern auch auf körperliche und geistige Reinigungsmechanismen bezieht.
Jetzt weisst Du, warum zu spätes Essen im Bauch „liegen „ bleibt bzw. nur schwer verdaut wird. Der Magen- Darm-Trakt ist am Ende des Tages viel weniger aktiv, als am Morgen. Auch deshaalb nimmt In der chinesischen Kultur das Essen eine wichtige Rolle ein.

Ni chi fan le ma?

Hast du heute schon gegessen?
Hast Du heute schon gegessen?

Ni chi fan le ma ? – Klingt spannend? Es ist genau so spektakulär, wie einfach. Die Frage bedeutet „ Hast Du heute schon gegessen?“ und wird von Chinesen gestellt, wenn sie sich begegnen . Die Antwort lässt ihn seinen Gegenüber besser wahrnehmen. Standest Du schon einmal einem hungrigen Menschen gegenüber, der gereizt und unkonzentriert war? Frag ihn einfach mal, ob er heute schon etwas gegessen hat. Die Antwort ist klar, oder?


Unser Qi zieht weiter durch den Körper und gelangt über Magen, Milz , Herz , Dünndarm und Blase schließlich zur Niere. Sie hat ihr Maximum von 17-19 Uhr und spiegelt das gegensätzliche Prinzip des Dickdarmes. Während dieser für Reinigung und Entleerung steht, ist es Aufgabe der Nieren zu Bewahren und Aufzubauen. Sie speichern die energetischen Grundlagen und bilden das Reservoir aller Lebensenergie, die nicht unmittelbar benötigt wird.
Es schließt sich um 19 Uhr die Perikardzeit an, gefolgt von Sanjiao und Gallenzeit.
Die letzte Station des Zyklus ist die Leberzeit von 1-3 Uhr. In der Montagspost # 9 hast Du schon einmal etwas über die Leber und ihre Stressanfälligkeit gehört. Der General des Körpers tankt um diese Zeit Kraft, dass wir den Anforderungen und Widrigkeiten des Lebens angemessen begegnen können. Sie wird im Schlaf gut durchblutet und baut um diese Zeit die Giftbelastung des Vortages ab – physische und psychische! Danach beginnt die Lebensenergie von Neuem im Körper an zu zirkulieren.

Serotonin und Melantonin


Sicher wusstest Du, dass unsere innere Uhr durch viele Faktoren beeinflussbar ist. Neben bekannten „ungesunden“ Lebensweisen spielen Hormone eine nicht zu unterschätzende Rolle. Melatonin zum Beispiel, wird nachts in der Epiphyse (Zirbeldrüse) gebildet und sorgt für einen guten Schlaf. Tagsüber wird unter Lichteinfluss die Produktion von Melatonin blockiert. Es ist also nicht verwunderlich, dass Lichtmangel, beispielsweise im Büro, tagsüber zu Müdigkeit und nachts zu Schlafstörungen führt.
Serotonin hingegen wirkt antriebssteigernd und wird bei Tageslicht, besonders in den Sommermonaten gebildet. Stimmungsschwankungen und Depressionen können also auch die Folge eines Serotoninmangels sein. Mit heller Raumbeleuchtung kann dem entgegen gewirkt werden.
Wusstest Du, dass Kohlenhydrate , wie Zucker oder Gebäck den Serotoninspiegel im Blut kurzfristig erhöhen? Deswegen naschen wir im Winter gern Süßes.

Über die den 5 Wandlungsphasen zugeordneten Möglichkeiten:

  • Metall: Atemübungen, Dehnungen
  • Erde: ausgeglichene Ernährung, Freude am Erlernten
  • Holz: Kreativität
  • Feuer: Kommunikation
  • Wasser: Mediation


So können wir jederzeit unsere Organuhr beeinlfussen und für eine ausgeglichenen, harmonischen Fluss sorgen,

In diesem Sinne wünschen wir Euch eine spannende Woche, startet gut in den Tag und gern bis zur nächsten Montags-Post oder schon eher in unserer Praxis.

Eure Praxis Punktuell

Susann Baum

Susann Baum

Heilpraktikerin | TCM-Therapeutin | Physiotherapeutin

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